01 Jun 2018

Presseschau 01. Juni 2018

Mit einem offenen Brief wendete sich die Vereinsführung der BSG Chemie Leipzig an den Nordostdeutschen Fussballverband (NOFV) und fand klare Worte der Kritik. Das Festhalten an Kollektivstrafen sowie mangelnde Transparenz stellen dabei nur zwei Kritikpunkte von vielen dar und bitten dabei auch den DFB um Hilfe:

BSG Chemie Leipzig: VEREIN | Offener Brief an Deutschen Fußball-Bund

„Da alle Versuche einer diesbezüglichen Kommunikation und die Bitte eines Überdenkens von Standpunkten (auch gegenüber anderen Vereinen und Problemthemen) seitens des NOFV bisher auf taube Ohren stießen, bittet die BSG Chemie jetzt den DFB darum, auch den NOFV stärker in seine allseits anerkannten Bemühungen um eine Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Verbänden, Vereinen und Fans einzubeziehen. “

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Reißerische Titel und Themen verkaufen sich besser und gerade im Sommerloch kommt eine Statistik über Gewalt im Fussball gerade richtig. Das dachten sich wohl auch Zeitungen in Österreich und kürten Rapid Wien mal schnell zur Nummer 1 hinsichtlich des Stattfindens von Krawallen. Die Rechtshilfe Rapid nahm dies zum Anlass, um nun ihrerseits Zahlen und vor allem eine Entwarnung abzugeben. Die Gewalt in den Stadien Österreichs stieg nicht an.

Rechtshilfe Rapid: Krawallmedien und ihre verzerrende Interpretation einer BMI-Statistik

„Ein Anstieg von Anzeigen sagt daher nichts über die Realität im Stadion aus. Besonders nicht, da diese eben immer lockerer vergeben werden und Verfahren meist eingestellt werden. Selbst vor Gericht enden diese größtenteils mit Freisprüchen. Wer wirklich daran interessiert ist, ob es in Österreichs Stadien ein Gewaltproblem gibt oder nicht, der muss danach fragen, wie viele Fußballfans auch tatsächlich für die angezeigten Delikte vor Gericht verurteilt werden“

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Der Saisonabschluss der Kölner in Wolfsburg verlief nicht wie zuvor geplant. Die mitgereisten Fans sahen sich früh einem Aufgebot der Polizei gegenüber, welches sie in diesem Ausmaß nicht erwartet haben. Vom Polizeihubschrauber über Begleitung bis hin zur Kontrolle ganzer Busbesatzungen wurde den Kölner Fans an diesem Tag alles geboten und das sogar ohne dass es zuvor einen Zwischenfall gab, der diese Maßnahmen hätte rechtfertigen können.

Kölsche Klüngel: Vorfälle in Wolfsburg

„Am Stadion durften dann alle der 4000 mitgereisten Kölner das gesamte Ausmaß, des an diesem Tag aufgestellten Polizeiaufgebot der Wolfsburger Polizei miterleben. So konnte man zu dem erwähnten Hubschrauber nun auch ein Überangebot von Polizeikräften, zwei Wasserwerfer und eine Reiterstaffel dazu addieren. Wir fragen uns hierbei ernsthaft, auf wen oder was sich die Wolfsburger Polizei vorbereitet hat und wie derartige Einsatzstrategien zustande kommen können? Insbesondere weil es bei vorherigen Gastspielen vor Ort zu keinerlei aggressiven Handlungen kam, ist dieser Zustand zu hinterfragen. „